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Das FDCL 2014: Veranstaltungen, Aktivitäten, Publikationen, Neues ...


Veranstaltungen:


Di, 22. April 2014: Justicia Negada - Drei mexikanische Frauen auf der Suche nach Gerechtigkeit

Ein Theaterstück aus Ciudad Juárez/Mexiko.

 

Datum: 22.04.2014

Ort: Theater Tiyatrom, Alte Jakobsstr. 12, 10969 Berlin

Uhrzeit: 20:00 h

 

Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro

Vorverkauf ab sofort unter: telefonisch 030-6934029, Fax 030-6926590, Mail info@fdcl.org

 

Die bis heute andauernde Gewalt gegen Frauen in der Grenzregion im Norden Mexikos gehört seit den 1990er Jahren zum Alltag, überlagert und verdeckt von Drogenkrieg und staatlicher Repression. Bis heute wurden Hunderte Frauen entführt, vergewaltigt, getötet und auf barbarische Weise in der Wüste entsorgt. Die Autorin und Regisseurin Perla de la Rosa erzählt in Justicia Negada von dem Kampf, dem Schmerz und der Verzweiflung, die zurückbleiben, wenn junge Frauen in Ciudad Juárez (Mexiko) spurlos verschwinden.

Das Stück geht vom Schicksal dreier Frauen und einem realen Gerichtsurteil aus, dem ersten Fall in der Geschichte, der Feminizide (Frauenmorde) beim Interamerikanischen Gerichtshof behandelte und verurteilte. Die Mütter der Opfer kommen zur Sprache - alle auf der Suche nach Gerechtigkeit. Eingebettet in die mythische Saga, die den Fragen nach dem Sein und den Abgründen der Menschheit nachgeht, verleiht die Inszenierung den Protagonistinnen eine starke Stimme.

Aufführung in spanischer Sprache mit Übertitelung.

Weitere Informationen zu Telón de Arena auf www.telondearena.org

 

In Zusammenarbeit mit kollektiv tonali / Allerweltshaus Köln e.V. / Öku- Büro München

Für Berlin: Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika (FDCL e.V.) / S.U.S.I. Interkulturelles Frauenzentrum / Medienpartner: Lateinamerika Nachrichten


Di. 15.04., 19h | Film und Diskussion | „Atras da Porta“ - Hinter der Tür

Ein Film- und Diskussionsabend über den Kampf der Obdachlosenbewegung in Rio de Janeiro

„Atras da Porta“ (2010)

Regie: Vladimir Seixas (92 min.), OmdU

Di, 15. April 2014, 19:00 Uhr

Ort: FDCL, Gneisenaustr.2a, Im MehringHof, Aufgang 3, 5. Stock, 10961 Berlin

 

Der brasilianische Dokumentarfilm „Atras da Porta“ (2010) begleitet ein Kollektiv der Sem-Teto-Bewegung (Obdachlosenbewegung), die durch Hausbesetzungen im Zentrum Rio de Janeiros ihr Recht auf die Stadt einfordert. Durch die Kombination aus direkter Aktion und alternativen sozialen Praxen leben sie konkrete gesellschaftliche Gegenentwürfe und bilden somit eine der aktivsten urbanen sozialen Bewegungen Brasiliens. Die Austragung der sportlichen Megaevents (Fußball-WM der Männer & Olympische Spiele) und die damit verbundenen Verwertungsstrategien der kapitalistischen Stadtgestaltung führen jedoch zu massiven sozial-räumlichen Umstrukturierungsprozessen, von denen auch die Sem-Tetos akut bedroht sind.


Mi, 9. April 2014: Vortrag mit Diskussion: Construir um reforma agrária popular!

 

Informations-und Diskussionsveranstaltung mit Wolfgang Hees (FreundInnen der brasilianischen Landlosenbewegung MST, Deutschland, e.V.), Moderation: Christian Russau (FDCL).

Zeit: Mi, 9. April 2014, 18:30 Uhr

Ort: Galerie Olga Benario | Richardstraße 104 | 12043 Berlin
Eine Veranstaltung der FreundInnen der brasilianischen Landlosenbewegung MST, Deutschland, e.V. und des FDCL im Rahmen der Nunca Mais Brasilientage.

 

Den revolutionären und gut organisierten Bauernligen und Landarbeiter_innengewerkschaften gelang es in den frühen 1960er Jahren trickreich, den Zeitgeist einer Allianz für den Fortschritt ( -„kein zweites Kuba!“- ) zu nutzen, um das brasilianische Landstatut zu etablieren. Es erlaubt, unproduktiven Landbesitz zum sozialen Zweck einer Agrarreform zu enteignen und umzuverteilen. Doch die Rache der Großgrundbesitzer war grausam. Das Landstatut wurde zu einem entscheidenden Auslöser der Militärdiktatur – und die Verfolgung der Bauern- und Landarbeiteranführer, die brutalst und flächendeckend massakriert wurden, war vernichtend. Die Führungsebene wurde ausgelöscht, die Bewegung erstarb. Erst unter dem Schutz der Kirche konnte zwei Jahrzehnte später wieder eine namhafte Bewegung von Kleinbäuerinnen und -bauern entstehen – die Landlosenbewegung MST. Unter Berufung auf das weiterhin gültige Landstatut perfektionierte sie ihre Aktionsform: die Landbesetzung.

„Besetzen, Widerstand leisten, Produzieren“ ist ihr Motto. Über 350.000 Familien haben sich auf diese Art mit Hilfe des MST ihre Landtitel erkämpft – sie leben und arbeiten heute in Agrarreformsiedlungen, weitere 90.000 Familien sind aktuell auf Landbesetzungen organisiert. Längst hat sich das Ziel des MST weiter entwickelt: es geht nicht mehr alleine um eine Landreform, sondern um ein sozialistisches Gesellschaftsmodell. Der 6. Nationalkongress des MST hat im Februar 2014 als Basis dazu den Aufbau einer volksnahen Agrarreform beschlossen, wie ihre Vorgänger vor 50 Jahren: „Construir uma Reforma agrária popular!“


Fr. 4. April | 15 - 17 h | Kolumbien: Widerstand gegen Saatgutgesetze | Informations- und Gesprächsrunde

marcha 20 de septiembre de 2012. Cortesia ASOQUIMBO

mit 3 Gästen aus Kolumbien:

Cynthia Osorio Torres und Alba Portillo Calvache vom kolumbianischen Netzwerk der „ErhalterInnen der Samen des Lebens“ (La Red de Guardianes de Semillas de Vida)

und Antonio Alvarado Catuche von der Kolumbianischen Agrarkoordination (Coordinador Nacional Agrario de Colombia - CNA)

Ort: FDCL, Gneisenaustr.2a, Im MehringHof, Aufgang 3, 5. Stock, Kreuzberg, 10961 Berlin

2010 wurden in Kolumbien durch die Verordnung 970 alle nicht registrierten Pflanzen-Sorten grundsätzlich verboten. Doch erst durch die Beschlagnahmung der Saatgutvorräte bei Bauern und Bäuerinnen wurde die Verordnung nach und nach bekannt. Die dadurch ausgelösten Proteste der bäuerlichen Bevölkerung haben sich im Laufe der letzten zwei Jahre auf das gesamte Land ausgeweitet. Auf Grund dieser massiven Proteste wurde die Verordnung der Landwirtschafts- und Viehzuchtbehörde (ICA) Anfang September 2013 von einer neuen Verordnung abgelöst. Diese erlaubt die Nutzung der „kreolischen“ Sorten, aber verbietet nach wie vor deren Verkauf, selbst als Nahrungsmittel. Sie ändert also nicht grundsätzlich die Situation auf juristischer Ebene und stellt deshalb auch keine Lösung dar.

Die Verordnung 970 wurde im Zusammenhang mit den Freihandelsabkommen zwischen Kolumbien und den USA sowie der EU beschlossen. Dazu kommt, dass seither Billigimporte von Milch, Kartoffeln und Getreide den lokalen Markt zerstören und damit die Existenz der kleinbäuerlichen Bevölkerung bedrohen.

Auch Europa steht vor der Entscheidung über ein neues Saatgutgesetz und ein Freihandelsabkommen mit den USA. Die von der EU vorgelegte Saatgutverordnung unterscheidet sich nicht wesentlich von den Gesetzen in Kolumbien, mit dem Unterschied, dass dort Millionen Bauern in ihrer Existenz bedroht sind. Hier in Europa können sich die Großbauern das hochgezüchtete Saatgut der Konzerne leisten, weil sie mit Milliarden Euro von der EU subventioniert werden. Die neuen Saatgutgesetze treffen also vor allem die kleinbäuerliche und biologische Landwirtschaft, sowie alle Organisationen, die sich für die Erhaltung der Vielfalt durch die Vermehrung und Verbreitung traditioneller Sorten einsetzen.

Auf Einladung des Europäischen BürgerInnenforums und der Kampagne für Saatgut-Souveränität kommen Cynthia Osorio Torres und Alba Portillo Calvache vom kolumbianischen Netzwerk der „ErhalterInnen der Samen des Lebens“ (La Red de Guardianes de Semillas de Vida) und Antonio Alvarado Catuche von der Kolumbianischen Agrarkoordination (Coordinador Nacional Agrario de Colombia - CNA) vom 6. März bis zum 6. April nach Europa.


Die Gesprächsrunde im FDCL

15:00 bis 15:50 Information:

Die Auswirkungen der Freihandelsabkommen in Kolumbien auf die Lebensgrundlage bäuerlicher und indigener Gemeinschaften sowie die Ernährungssouveränität der Bevölkerung, und der Widerstand dagegen.

Kurzbeiträge: zu Saatgutgesetzen und internationalen Abkommen über geistiges Eigentum auf Saatgut sowie das Freihandelsabkommen EU-Kolumbien

15:50 bis 16:10 PAUSE mit Getränken und Gebäck

16:10 bis 17:00 Austausch:

  • Welche Auswirkungen haben die Saatgutgesetze in Kolumbien und Europa auf Lebenswirklichkeiten und Ernährungssicherheit?
  • Wie könnte ein follow-up zur Roadmap des Freihandelsabkommens der EU mit Kolumbien organisiert werden?
  • Welche Fördermöglichkeiten von Strukturen kleinbäuerlicher Landwirtschaft und Artenvielfalt sehen wir?


Im Anschluss sind alle herzlich eingeladen zu einem informellen und freundschaftlichen Austausch mit Abendessen.

Aus Platzgründen ist die Teilnehmerzahl auf 35 beschränkt! Bitte anmelden unter thorsten.schulz@fdcl.org

Veranstalter:

civique Forum, Europäische Kooperative Longo maï, kolko – Menschenrechte für Kolumbien, Kolumbienkampagne Berlin, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile- Lateinamerika e.V.

Mit freundlicher Unterstützung

 

 


Di, 18. März 2014: "Indigene Völker Brasiliens: Genozid und Menschenrechte - Vom Figueiredo-Bericht 1968 bis heute"

Eine Veranstaltung im Rahmen der "Nunca Mais"-Brasilientage 2014: www.nuncamais.de
Eine Veranstaltung im Rahmen der "Nunca Mais"-Brasilientage 2014: www.nuncamais.de

18.März 2014 19:00 Uhr Informations- und Diskussionveranstaltung mit Merong Santos Tapurumã (Pataxó), Jocelino da Silveira Quiezza (Tupinikim), Dr. Renate Gierus (COMIN), Hans Alfred Trein (COMIN - IECLB) und Christian Russau (FDCL, Moderation)

RAUMÄNDERUNG WEGEN DER GROSSEN NACHFRAGE: Ort: Versammlungsraum im MehringHof, Aufgang 3, 1.Stock links (über dem Theater), Gneisenaustr.2a, Kreuzberg, 10961 Berlin
Sprache: Portugiesisch mit Konsekutivverdolmetschung
Eintritt: frei
Eine gemeinsame Veranstaltung von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst und FDCL im Rahmen der Nunca Mais-Brasilientage.

Indigene Völker Brasiliens: Genozid und Menschenrechte - Vom Figueiredo-Bericht 1968 bis heute
Als Anfang 2013 der Menschenrechtsverteidiger der Gruppe Tortura Nunca Mais aus São Paulo und Koordinator des Projektes Armazém Memória, Marcelo Zelic, im Museu do Índio in Rio de Janeiro verstaubte Akten durchforschte und merkte, was er da in den Händen hielt, war die Erstaunung nicht gering. Noch größer war das Erstaunen der Öffentlichkeit, als sie von dem Fund erfuhr: es war der seit Ende der 1960er Jahre unwiederbringlich zerstört geglaubte sogenannte Figueiredo-Report. Im Auftrag des Innenministers hatte der Staatsanwalt Jader de Figueiredo Correia Ende der 1960er Jahre 16.000 km zurückgelegt und über 130 Stationen der damaligen „Indianerschutzbehörde“ SPI besucht. Was er und seine Mitarbeiter_innen auf über 7.000 Seiten zusammentrugen, schockierte die Welt. [weiterlesen hier bei KoBra]


Do. 13. März |18 h | Geht Frieden ohne Gerechtigkeit und Demokratie? Die kolumbianische Gewerkschaft Sinaltrainal zum Friedensprozess in Kolumbien

„Bergarbeiter und Kaffeebauern – ein gemeinsamer Kampf“ - Gemälde auf dem Campus der Universität Nacional in Bogotá im Februar 2013

mit Edgar Paez, internationaler Sekretär der kolumbianischen Gewerkschaft Sinaltrainal.

 

Arbeitsgruppenraum E1 im Haus der IG Metall Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin-Kreuzberg (U1-Hallesches Tor)Arbeitskreis Internationalismus IG Metall VerwSt Berlin

 

Auch, wenn es in unseren Medien im Moment mehr um die Ukraine und Russland geht, gibt es Länder und Zustände, die ebenfalls der Rede wert sind.
Seltsamerweise sind die Bedrohungen von Oppositionspolitikern und Ermordung von Gewerkschafter_innen in Kolumbien kein Thema für die deutsche Tagesschau. Zu groß sind die europäischen Wirtschaftsinteressen in dem Land, als dass man die kolumbianische Regierung, mit der man im letzten Jahr erst ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat, bloßstellen möchte.

Für uns sehr wohl ein Thema sind:

  • der „Friedensprozess“ in Kolumbien, das sich seit Jahrzehnten in einem Bürgerkrieg befindet, der soziale Ursachen hat,
  • die Praxis von Transnationalen Konzernen wie Nestle und Coca Cola,
  • die Ermordung von Gewerkschaftern, deren Zahl in Kolumbien weltweit am höchsten ist,
  • die Straffreiheit der Verbrechen gegen Oppositionelle und Aktivisten,
    paramilitärische Gewalt, die vom Staat gedeckt und gefördert wird.

 

Veranstalter:

Arbeitskreis Internationalismus IG Metall VerwSt Berlin

Kolumbienkampagne

FDCL

 


Mi. 19. Feb. 2014, 19 h | Unterschriften gegen Bohrtürme | Zum Stand der Unterschriftensammlung für den Erhalt des einzigartigen Naturschutzgebiets Yasuní ITT in Ecuador | Vortrag und Diskussionsveranstaltung mit Jorge Espinoza, Yasunidos

Ecuadors größtes Rohölvorkommen im Yasuní-Nationalpark sollte im Boden bleiben. Das war die Idee aus der Mitte der ecuadorianischen Zivilgesellschaft, die von Präsident Rafael Correa aufgenommen und der internationalen Staatengemeinschaft im Jahr 2007 präsentiert wurde. Dieser innovative Vorschlag sollte den Regenwald und die Biodiversität ebenso schützen wie das globale Klima durch weniger Kohlendioxid Emissionen. Auch der Lebensraum dort lebender indigener Gruppen sollte bewahrt werden.

Für den Verzicht auf die Förderung forderte Ecuador von der internationalen Gemeinschaft Mitverantwortung, vor allem von den industrialisierten Ländern. Gezahlt werden sollte die Hälfte der Gelder, die Ecuador innerhalb von 13 Jahren durch die Erdölförderung einnehmen würde. Dafür sollten 100 Millionen US-Dollar bis Ende 2011 in einen bei den Vereinten Nationen eingerichteten Fond eingezahlt werden. Diese Summe wurde nicht erreicht. Vor allem stieg Deutschland aus der finanziellen Unterstützung aus, seit die FDP den Entwicklungsminister stellte.

Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa betonte gegenüber den potentiellen Geldgebern immer wieder, dass ohne die Zahlungen der Weltgemeinschaft die Ausbeutung der Erdölvorkommen im Yasuní ITT Gebiet aufgenommen würden, um mir den Einnahmen wirksam gegen die Armut im Lande anzugehen. Rafael Correa wurde 2013 mit 56% erneut zum Präsidenten gewählt. In einer Fernsehansprache am 15. August 2013 gab er bekannt, dass die Yasuní-ITT-Initiative beendet ist. Das Parlament Ecuadors hat am 24.10.2013 der Nutzung der Ölfelder 31 und 43 im Yasuní-Nationalpark mit 108 Ja- und 25 Nein-Stimmen zugestimmt. Seitdem wirbt die Regierung offensiv für den Beginn der Ölförderung und beruft sich auf eine Abstimmung in den Fördergebieten.

Dagegen opponiert ein breites Bündnis von Organisationen in Ecuador, auch mit internationaler Unterstützung. Das Bündnis Yasunidos www.yasunidos.org will über 600.000 Unterschriften sammeln, um die Ölbohrungen noch zu verhindern. Die Vertreter des Bündnisses Yasunidos bestreiten die Rechtmäßigkeit der Abstimmungen in der Förderregion. Mittlerweile wurde eine unterstützende Organisation wegen angeblicher Beteiligung an gewaltsamen Protesten verboten.

Auch gegen acht Vorsitzende der Konföderation der Indigenen Völker Ecuadors CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas de Ecuador) wird wegen angeblichen Angriffen auf zwei Teilnehmer an der 11. Erdölkonferenz des Südostens ermittelt. Letztes Jahr hatten wir in Berlin einen Vertreter der CONAIE bei uns zu Gast.

Jorge Espinosa ist am 19. Februar bei uns im FDCL zu Gast. Er ist Mitbegründer und Sprecher der Plattform Yasunidos.

Jorge Espinosa wird uns über die Bewegung für Yasuní in Ecuador und den Prozess der Unterschriftensammlung informieren. Wir sprechen über die Einschüchterungsversuche der Regierung und die Verbote und Verfolgung von oppositionellen Organisationen. Er wird auch berichten, was die Regierung Rafael Correas im Nationalpark Yasuní vor hat und wie die Bevölkerung über mögliche Auswirkungen aufgeklärt wird sowie den Bezug zur Kampagne gegen Chevron/Texaco (Chevron/Texaco muss ca. 6 Milliarden Euro Entschädigungen für Umweltverschmutzungen durch Erdölförderungen in anderen Gebieten des Yasunís zahlen) erläutern.



Veranstalter: FDCL und Lateinamerika Nachrichten




Mi. 05.02., 19:00 | Gewaltsames Verschwindenlassen – Opferbegleitung in Mexiko | Vortrag und Diskussion mit David Bermúdez

 

Versammlungsraum im Mehringhof

Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin, Im Mehringhof, Aufgang 3,

1 Stock links, ein Stockwerk über dem Theater


Gewaltsames Verschwindenlassen, eines der schwersten Menschenrechtsverbrechen, ist in Mexiko seit 2006 kontinuierlich angestiegen. Während die offiziellen Zahlen zwischen 2.000 und über 5.000 Fällen schwanken, gehen Nichtregierungsorganisationen von weit über 10.000 Fällen aus. Die Menschen im direkten Umfeld von Verschwundenen sind einer Vielzahl von psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt. Neben Angstzuständen, Unsicherheit und Depressionen, die den Alltag fortan prägen, berichten Betroffene von der Zerstörung des sozialen Zusammenhaltes innerhalb der Familie oder zwischen Kollegen. Die sich wiederholenden Traumaerfahrungen beginnen oft mit dem Gang zur Polizeistation. Denn die Polizei weigert sich häufig das Verschwindenlassen als Anzeige aufzunehmen, bis hin zu direkten Drohungen gegenüber den Familienangehörigen - ein Grund, warum viele Fälle gar nicht registriert werden. David Bermudez analysiert das Thema auf Basis seiner jahrelangen Arbeit zu diesem Thema.

David Bermudez ist seit vier Jahren Mitglied einer Arbeitsgruppe zum Thema „gewaltsames Verschwindenlassen“ in deren Rahmen zivilgesellschaftliche Organisationen und Familienangehörige von Verschwundenen begleitet und ihre Forderungen nach Wahrheit und Gerechtigkeit auf unterschiedlichen Ebenen unterstützt werden. Seit vielen Jahren in unterschiedlichen mexikanischen Menschenrechtsorganisationen tätig, war David bis November 2013 Direktor von SERAPAZ – Servicios y Asesoría para la Paz, A.C.

 

Moderation: Arturo Romero

 

Veranstalter:

México via Berlín e.V. i.Gr., Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V., Lateinamerikanachrichten und CAREA e.V.

  

 


Di. 04.02.2014 , 19:30 Uhr | Honduras | Die Staatskrise als ideale Voraussetzung für Privatisierungen, Landnahme und Repression

Quelle: CADEHO

 

 

 

Zu Gast:

Pedro Antonio Landa ist Menschenrechtsverteidiger und Sozialwissenschaftler. Er ist Koordinator des Programms „Menschenrechte und Umwelt“ im Honduranischen Zentrum zur Förderung der Gemeindeentwicklung (CEHPROEC).

 

Im Veranstaltungsraum des FDCL,

Im Mehringhof, Aufgang 3, 5.Stock,

Gneisenaustr.2a, 10 961 Berlin

 

 

Honduras, das kleine Land in Mittelamerika befindet sich in einer tiefen Staatskrise.

Durch den Putsch 2009 – den ersten auf lateinamerikanischem Boden seit den 80er Jahren - wurden die Anfänge einer progressiven Politik im Keim erstickt. Stattdessen sollte eine Politik fortgeführt werden, die die Interessen der Eliten vertritt, die Privatisierung des Landes vorantreibt und soziale Bewegungen kriminalisiert. Menschenrechtsaktivist_innen, Anwält_innen, Journalist_innen und Gewerkschafter_innen sind die Opfer von repressiven Maßnahmen. In einem allgemeinen Klima von Korruption und Straflosigkeit gedeihen so genannte Infrastrukturprojekte, wie Sonderwirtschaftszonen, Bergbau- oder Wasserkraftprojekte – und entziehen den dort lebenden (indigenen) Gemeinden die Existenzgrundlage: Durch Vertreibung von ihrem Land oder die Kontamination des Bodens und Grundwassers.

Mit dem umstrittenen Wahlsieg von Juan Orlando Hernández von der konservativen Nationalen Partei Ende 2013 zeichnet sich die Fortführung dieser Politik ab – der weitere Ausverkauf des Landes auf Kosten der Natur und unter Inkaufnahme massiver Menschenrechtsverletzungen. Doch auch zwei neue Parteien sind in das Parlament eingezogen, LIBRE (Partido Libertad y Refundación)– hervorgegangen aus den sozialen Protesten gegen den Putsch – und die Antikorruptionspartei (PAC). Damit konnte erstmalig das Zweiparteiensystem aufgebrochen werden. Ob LIBRE und PAC ein Korrektiv in der neoliberalen Politik sein können, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Pedro Antonio Landa berichtet über innere Zusammenhänge zwischen der staatlichen Krise und dem expansiven neoliberalen Umbau des Landes.


Moderation:

Jutta Blume ist Journalistin, Mitglied von CADEHO und der Honduras Delegation. Zuletzt war sie als Wahl- und Menschenrechtsbeobachterin zu den Wahlen 2013 in Honduras.

 

Veranstalter: Misereor, FDCL, CADEHO, Lateinamerika Nachrichten


Xingu Vivo Speakers-Tour: "Europäische Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt?" | 28.1.2014 in München, 29.1.2014 in Ulm, 31.1-1.2.2014 in Stuttgart

FDCL, Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt - ASW, GegenStrömung, KoBra, Urgewald, POEMA, ProREGENWALD, Brasilieninitiative Freiburg, GfbV, Heidenheimer Friedensgruppe und das Belo-Monte-Netzwerk laden ein zur:

Xingu Vivo Speakers-Tour: "Europäische Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt?" | 28.1.2014 in München, 29.1.2014 in Ulm, 31.1-1.2.2014 in Stuttgart
Das Belo-Monte-Netzwerk organisiert für den Zeitraum vom 28. Januar 2014 bis zum 2. Februar eine Speakers-Tour mit Antonia Melo und Mônica Brito Soares von der lokalen Widerstandsgruppe Movimento Xingu Vivo Para Sempre, Altamira, Pará, Brasilien.

Der Staudamm Belo Monte soll bei Fertigstellung der drittgrößte der Welt werden. Aber wer bezahlt den Preis? Die indigenen Gruppen und Flussanwohner_innen, denen durch die bis zu 80%ige Austrocknung der Volta Grande ihre Nahrungsgrundlage - der Fisch - genommen wird? Die kleinbäuerlichen Biokakaobäuerinnen und -bauern, deren Land überschwemmt wird? Die lokalen Anwohner_innen der Stadt Altamira, in deren tiefergelegenen Stadtteilen die Bewohner_innen ihre Häuser räumen müssen?

Die beiden Aktivistinnen werden am 28. Januar 2014 in München auf der Aktionärsversammlung der Siemens AG sprechen, da Siemens über sein Joint-Venture mit der Heidenheimer Voith, VoithHydro, Turbinen und elektromechanische Ausrüstung für den Staudamm Belo Monte liefert. Weitere europäische, auch deutsche Konzerne sind ebenfalls in den Staudammbau Belo Monte verwickelt: die Allianz hat 5% der Bausumme des Staudamms versichert, die Münchener Rück hat 25% der Rückversicherung von Belo Monte übernommen und Daimler hat genug LKW an das Baukonsortrium geliefert, um damit mehr Erdreich als beim Bau des Panamakanals zu bewegen. Eine Zusammenfassung über die (auch europäischen) Beteiligungen am Staudamm Belo Monte in Brasilien liefert die Studie "Wem gehört Belo Monte?"(Studie auf Deutsch:  // Studie auf Englisch ).

Termine der Xingu Vivo Speakers-Tour:

Dienstag, 28. Januar 2014, 08:00 - 10:00 Uhr, Olympiagelände, München: Vor der Aktionärsversammlung der Siemens AG

Mittwoch, 29.Januar 2014, 19:30 Uhr, Ulmer Volkshochschule, Kornhausplatz 5, 89073 Ulm
Abendveranstaltung mit Antonia Melo, Mônica Brito Soares (beide (Movimento Xingú Vivo Para Sempre, Brasilien) und Christian Russau (GegenStrömung, FDCL) zum Thema "Der Belo Monte-Staudamm im Amazonasgebiet - Europäische Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt? "

Freitag, 31.Januar 2014, 19:00 Uhr, bei der Eröffnung der Stuttgart Open Fair 2014, Großer Saal im Rathaus Stuttgart
Podiumsdiskussion: Festung EU oder Solidarisches Europa? Mit:
• Hans-Jürgen Bieling (Prof. für Wirtschaft und Politik der Universität Tubingen)
• Alexandra Strickner (Attac Österreich, Wien)
• Antonia Melo (Lokale Widerstandsbewegung Xingu Vivo Para Sempre, Brasilien)
• Jama Maqsudi (AGDW/Flüchtllingsrat Baden-Württemberg e.V.)
Moderation: Pia Eberhardt (Corporate Europe Observatory)
Kulturelles Rahmenprogramm: Improvisationstheater AWO: "Konsum hinter der EU-Mauer“

Samstag, 1. Februar 2014, 10:30 Uhr, Workshop 1.4. der Stuttgart Open Fair 2014, Forum Saal
Workshop mit Antonia Melo, Monica Brito (beide (Movimento Xingú Vivo Para Sempre, Brasilien) und Christian Russau (GegenStrömung, FDCL) zum Thema "Der Belo Monte-Staudamm im Amazonasgebiet - Europäische Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt?"

Samstag, 1. Februar 2014, 13:30 Uhr, Forum der Stuttgart Open Fair 2014, Forum Saal:Soziale Bewegungen für ein solidarisches Europa in der einen Welt. Mit:
• Shahira Abouellail (No Military Trials for Civilians, Kairo)
• Mônica Brito Soares (Movimento Xingu Vivo Para Sempre, Brasilien)
• Tim Schumacher (Blockupy/Interventionistische Linke)
• Rex Osa (theVOICE Refugee Forum/Karawane für die Rechte von MigrantInnen und Flüchtlingen)
Moderation und Input: Alexandra Strickner (Attac Österreich, Wien)

Interviewanfragen mit Antonia Melo und Mônica Brito (beide Xingu Vivo para Sempre) bitte über Christian Russau (christian.russau(AT)fdcl.org oder 0171-2095585)

 

 

Anteilig gefördert mit Mitteln der Europäischen Union